Es ist wieder Zeit für mich, im Rückblick auf das Jahr alles noch einmal Revue passieren und einem anderen Blickwinkel Raum zu lassen, wozu im Funktionärsalltag nicht die Zeit bleibt. Alle Sitzungen und Termine liegen hinter uns, wir haben Zeit zum Durchatmen.

Eine wichtige Aufgabe in diesem Jahr war die Erlangung des Kinderschutzsiegels. Warum, unabhängig von der Notwendigkeit für den Erhalt von Fördermitteln, sollte ein Verband ohne Kinder- und Jugendsport das Siegel erlangen? Für mich als Präsident, hat sich diese Frage nie gestellt, da das Siegel für uns ein wichtiges Zeichen ist, dass Kinderschutz für uns keine Frage „ich habe mit Kindern zu tun“ sondern die Aussage „Kindern steht maximaler Schutz zu“ ist. Insofern ist das Siegel im BSVB gleich-zusetzen mit einem Standpunkt und einer Verpflichtung an alle. Nicht nur im Bereich des Sports und gegenüber Kindern.

Sportlich gab es wieder ansehnliche Erfolge. Bei der Teilnahme an den Deutschen Betriebssport-Meisterschaften und im Spielbetrieb der Fachvereinigungen im BSVB wurden die Meister und Pokalsieger ausgespielt.
Herzlichen Glückwunsch an alle für ihre sportliche Leistung und die erlangten Titel und Pokale.
Durch die Vielfältigkeit unseres Sportangebotes würde es zu umfangreich werden, detailliert zu berichten. Dies machen wir regelmäßig in unserem Newsletter „Betriebssport aktuell“, der momentan noch keine festen Erscheinungsdaten hat. Die uns allen seit Jahrzehnten vertraute „Fußball-Woche“ ist eingestellt worden. Wer Interesse an unserem Newsletter hat, kann sich gerne in der BSVB-Geschäftsstelle melden.

Einige unserer Fachvereinigungen – wie auch der BSVB und diverse Betriebssportgruppen selbst -können in diesem Jahr auf ein 75jähriges Jubiläum zurückblicken. Viele konnten auch 50jährige Jubiläen begehen. Bei der Anzahl dieser Jubiläen und unseren konstanten Mitgliederzahlen ist die ab und an gestellte Frage an uns als Präsidium, ob sich der Betriebssport nicht schon überholt hat, wohl selbsterklärend. Nein, ist er nicht. Er ist heute genauso wichtig und vor allem gewünscht wie bei der Gründung.
Unser Sportleben spielt sich im Wesentlichen in der unaufgeregten und entspannten Ausübung unserer jeweils präferierten Sportart mit den Menschen ab, die unser Profil „Betriebssport“ teilen. Ein interessanter Aspekt, dass ein Sportverband, der ohne Priorität der sportlichen Leistung unter den 10 größten Mitgliedsverbänden des LSB zu finden ist. Selbst in der Gegenüberstellung zu Verbänden, die einen gut aufgestellten Kinder- und Jugendbetrieb haben.Worin liegt unsere Stärke und welche Leistungen wollen wir verbessern? Eine uns sehr wichtige Höchstleistung erreichen die ehrenamtlichen Funktionärinnen und Funktionäre, dass sie es so vielen Menschen ermöglichen, ihren Sport in der von ihnen gewünschten Form ausüben zu können. Egal, woher, welches Geschlecht, welche Beeinträchtigung oder welchen Leistungsstand.
Allen eine Teilnahme zu ermöglichen, war von Anfang an eine Selbstverständlichkeit. Das klingt vielleicht etwas zu schön und simpel, um wahr zu sein, ist trotzdem Betriebssportalltag. Es wurden und werden auf keinen Fall die Augen vor Problemfeldern verschlossen. Für das Präsidium kann ich sagen, dass wir immer offen sind, wenn Probleme an uns herangetragen werden oder aus unserer Sicht angegangen werden müssen.

Unsere Mitglieder haben eine sehr große Mitbestimmungs- und Gestaltungsmöglichkeit. Die Vorgaben von unseren Fachvereinigungen und dem Präsidium des BSVB sind so niedrig wie möglich gehalten. Dieses Recht ist allerdings auch die Pflicht, sich entsprechend zu beteiligen, um seine Vorstellungen zu realisieren. Für unsere Mitglieder selbstverständlich, von außen betrachtet eine respektable Leistung, auch für die Gesellschaft. Darum nicht verwunderlich, dass eine stattliche Anzahl unserer MitstreiterInnen mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet wurde.  Diese Möglichkeit, den Sport so minimal reglementiert wie nötig ausüben zu können, allen die Möglichkeit zur Teilnahme zu geben, ist allerdings nur in einem demokratischen Umfeld möglich. Hier liegt auch eine Verpflichtung, das zu erhalten.

Aufmerksamkeit verlangt die Altersstruktur. Es muss daran gearbeitet werden, jüngere Mitglieder zu gewinnen. Nicht nur für die sportliche Beteiligung, auch für den Funktionärsbereich. Bei der Mitgliederwerbung müssen auch die Personen, die zwar sportlich nicht dabei sein wollen, aber im Bereich der ehrenamtlichen Mitarbeit und Annahme von Ämtern eine große Stütze sind, einbezogen werden.
Das Präsidium wird weiterhin intensiv daran arbeiten, die Bedeutung des organisierten Betriebssportes noch deutlicher und selbstbewusster in der Öffentlichkeit darzustellen, um noch sichtbarer zu werden und eventuell bestehende Fehleinschätzungen des Verbandes zu korrigieren.

Wir haben hoffentlich alle die Zeit und Muße gefunden, die Vorweihnachtszeit mit den für jeden dazu gehörenden Ritualen zu genießen und uns auf das kommende Weihnachtsfest und den Jahreswechsel zu freuen.
Diese besinnliche Weihnachtszeit soll uns nicht vergessen lassen, dass Frieden, soziale Sicherheit, überhaupt ein Zuhause zu haben, keine Selbstverständlichkeit ist. Ich brauch das nicht lange darstellen, da inzwischen niemand mehr die Augen vor der Weltlage verschließen kann. Tun wir also als Betriebssportlerinnen und Betriebssportler auch hier, was wir zur Verbesserung für alle, denen es nicht so gut geht, beitragen können.

Das Präsidium bedankt sich bei allen Mitgliedern, ehrenamtlichen FunktionärInnen und Funktionären sowie allen Unterstützern für ein gutes Betriebssportjahr und wünscht allen ein gesundes und gutes 2026.

Für das Präsidium des Betriebssportverbandes Berlin e. V.
Ihr/Euer

Hartmut Kaven